Das dualistische Problem in der zeitgenössischen Musik

Sinnschöpfung in der atonalen Musik
Nur das Wissen kann sich gegen unsere Sinne auflehnen. Wie nach Kopernikus‘ Demonstration des heliozentrischen Weltbildes, sehen wir die Sonne zwar „untergehen“, widersprechen unserem Sinn aber mittels unseres Wissens.

Seit 1945 und Adronos „Philosophie der neuen Musik“, gerät das Sinnliche in der Musik aus dem Fokus. Adorno vertrat die Ansicht, dass in der tonalen Musik, die Ideologie des Nazi-Regims klänge. Die Menschen seien dem Schönen verfallen und kopflos gefolgt, argumentierte er zusammengefasst. Die Folge davon, ist Musik, die dem sinnlichen nicht mehr traut. Es klingt die Stimmung einer Gesellschaft, die sich nicht mehr unbefangen auf ihre Sinne verlassen und diese bespielen möchte, sondern dem Sinnlichen das Wissen und intellektuelle Verstehen vorzieht.
Als logische Folge hat sich die Musik des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts zur Musik der Elite entwickelt. Die einen verstehen sie und andere verstehen sie nicht und können sie auch sinnlich nicht erfassen, da sie kaum Sinnliches enthält.

Klaus Binder: Lukrez. Über die Natur der Dinge. dtv-Verlag

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