Der kleine Lord

Rezension von Anna Warzinek

Das Buch „Der kleine Lord“ (Originaltitel: Little Lord Fauntleroy) gilt seit 130 Jahren als eine der bedeutendsten Weihnachtsgeschichten. Auch der Film von 1980 wird um Weihnachten auf vielen Sendern als Klassiker gespielt.

Cedric Errol (in anderen Übersetzungen auch Ceddie Errol) ist ein Junge, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und zum Lord wird, da sein Grossvater, Earl of Dorincourt, sonst keine Nachfolger des selben Blutes hat. Das war bis anhin unklar, da Cedrics Vater bei einem Schiffsunglück gestorben ist. Der Grossvater gilt als der geizigste, hasserfüllteste Machthaber in England, der auch Cedrics Mutter hasst. Cedric, der von seiner Herkunft nichts wusste und sich in New York mit seiner verwitweten Mutter, genannt Herzlieb, durchkämpft, wird als herzlichster Bub, der allen Vorstellungen eines perfekten Enkels entspricht, beschrieben. Sein reines Herz, seine Liebe und wie er damit anderen Menschen hilft, in dem er Frieden stiftet, macht den Plot zur romantischen Weihnachtsgeschichte. Nie wird im ganzen umfangreichen Werk Weihnachten oder eine  konkrete biblische Verknüpfung dazu erwähnt. Dennoch ist die weihnachtliche Botschaft stets präsent. Das unterschiedet die eng verwandte Abhandlung des Films „Plötzlich Prinzessin“ vom „Kleinen Lord“. Anne Hathaway ist dort nicht die Glücks- und Friedensstifterin. Sondern die Thematik wird humoristisch aufgefrischt und führt dadurch weg von der Weihnachtsgeschichte.

Zum Buch „Little Lord Fauntleroy“, das die britische Schriftstellerin Frances Hodgeson Brunett 1886 erstmals veröffentlichte, existieren inzwischen zahlreiche Übersetzungen. Die jüngste davon wurde im September 2015 veröffentlicht und schon zum vierten Mal überarbeitet. Die Übersetzerin Emmy Becher orientiert sich stark am Originaltext und benützt selten aber doch auch Begriffe, die Jugendlichen fremd sein dürften.

Nicht original deutschsprachige Literatur ist inzwischen auch als mögliche Lektüre für den Deutschunterricht in der Schule anerkannt. Im Sinne der Transkulturalität wird es begrüsst Übersetzungen zu lesen und den Prozess der Translation zu thematisieren.

Erstanden bei: Thalia Österreich (Link für Bestellungen aus der Schweiz Orellfüssli)
Preis: 12.40€ / 17.90 Fr.
ISBN: 978-3-352-00668-5
Verlag: Ruetten & Loening
Seitenzahl: 256

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s